Auch der Nachwuchs genoss die Atmosphäre in Bad Wilsnack. Er kämpfte bei der 21. Moormeile um jeden Platz und jede Sekunde. Foto: Oliver Knoll

Nicht nur der Weihnachtsmann sorgt für positives Lauf-Fazit

21. MOORMEILE IN BAD WILSNACK. Ein Beitrag von Oliver Knoll im Prignitzer vom 23.10.2021.

Rund um die 21. Moormeile in Bad Wilsnack war einiges los. Der Lauf gehörte erstmals zur Brandenburg Cup-Serie. Auch der Weihnachtsmann startete und ein „Prignitzer“-Artikel bescherte den Organisatoren einige Helfer. 

Vor der Karthanehalle in Bad Wilsnack herrscht wieder Ruhe. Wenige Fahrzeuge stehen auf dem Parkplatz. Das sah am vergangenen Samstag ganz anders aus. Rund 330 Laufsportler und Walker sowie deren Begleiter sorgten für Trubel. Die 21. Moormeile erlebte eine Rekordteilnahme. Und auch das meisterte das Organisationsteam des SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde unter der Leitung von Elviera und Roland Feix mit Bravour, erntete viel Lob. Das Team hat eine erste Bilanz gezogen, wir schmücken sie mit ein paar Randgeschichten.

Hindernis mit Säge spontan beseitigt

„Der Lauf konnte nur so grandios werden, da alle an einem Strang zogen und viele Abteilungen des SV Prignitz und Bürger der Stadt mitwirkten. Und auch die Freiwillige Feuerwehr Bad Wilsnack, die so uneigennützig die Strecke absperrte und die kulinarische Versorgung sicherstellte“, erzählt Rolf Schädlich aus dem Orga-Team. Das übrigens am Vorabend der Veranstaltung noch einmal selbst Hand anlegen musste. Ein umgestürzter Baum blockierte die Strecke. Schnell war eine Säge besorgt, das Hindernis beseitigt.

Fehlende Schilder sorgen kurz für Aufregung

Vor einem anderen standen die Organisatoren kurz vor dem Start der Moormeile. An der Straße – die auch zum Teil zur Laufstrecke gehörte – vor der Halle fehlten die Tempo 30-Schilder. Die Polizei überlegte, die Straße zu sperren. Es drohte ein Chaos, zumal einige Teilnehmer noch anreisten. Doch Bürgermeister Dieter Spielmann wusste, wo sich noch ein paar Schilder befanden. Die wurden herbeigeschafft. Problem gelöst.

Es klappt halt in Bad Wilsnack. „Für alle ist es immer ein wenig aufregend in den Tagen kurz bevor es dann los geht. Aber dadurch, dass wir nun schon etwas Erfahrung haben, können wir uns auf unsere vielen fleißigen Hände verlassen. Darauf sind wir besonders stolz, denn ohne die Unterstützung der Sponsoren und Helfer könnten wir so ein Laufevent nicht stemmen“, berichtet Stephan Michelis, ebenfalls Mitglied des Orga-Teams.

Die Moormeilen-Becher mit Medaille und Obst für jeden Teilnehmer stehen bereit. Viele Helfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Foto Oliver Knoll

Und auch „Der Prignitzer“ steuerte einen kleinen Teil dazu bei. Ein Zeitungsartikel mit einem „Wanted! Helfer gesucht“-Plakat zeigte Wirkung. „Es haben sich am Tag vor dem Lauf noch fünf Personen gemeldet und wollten als Helfer mitmachen“, sagt Stephan Michelis.

Weihnachtsmann erweist sich als fit

Mitmachen – das tat noch ein ganz anderer. In das Teilnehmerfeld hatte sich der Weihnachtsmann eingeschlichen. Eigentlich mehr als zwei Monate zu früh. Aber: „Ich habe den Lauf als Training für das Austragen der Weihnachtsgeschenke genutzt“, erklärte er mit einem typischen Knecht Ruprecht-Schmunzeln. Unter dem Kostüm verbarg sich Guido Obara aus Ahrendsee. Er absolvierte die 12,4 km in der Zeit von 1:09:49 Stunden. Die Kinder brauchen sich keine Sorgen machen. Der Weihnachtsmann ist fit.

Der Weihnachtsmann ist fit für das Austragen der Geschenke. Guido Obara aus Arendsee lief bei der Moormeile die 12,4 Kilometer. Foto Gordon Werber

Auch einige der Organisatoren nehmen gern die Laufstrecken unter ihre Schuhe. „Es war okay. Ich habe wegen Beschwerden in der Achillessehne längere Zeit nicht trainiert und bin froh, durchgekommen zu sein“, meinte Rolf Schädlich zu seiner Leistung. Und Stephan Michelis kommentierte knapp: „Ein bisschen Muskelkater bleibt ja immer am Ende.“

Erstmals Wertungslauf des Brandenburg Cups

Bleiben – das möchten die Bad Wilsnacker mit ihrer Veranstaltung gern auch im Brandenburg Cup. Die Moormeile war zum ersten Mal Wertungslauf dieser Serie, in der noch zwei Wettkämpfe anstehen. Umfeld und Stimmung in Bad Wilsnack wurden von höchster Stelle geprüft. Thomas Lenk, Leiter der Kommission Laufen im Leichtathletikverband Brandenburg, nahm selbst am Wettkampf teil und zeigte sich angetan.

Das taten einige Teilnehmer. „Wir haben über die sozialen Medien sehr viele positive Rückmeldungen bekommen, auch von Läufern, die das erste Mal hier am Start waren und sehr gern wiederkommen“, sagte Rolf Schädlich. Oder die schon sehr oft teilgenommen haben. So wie Jana Heinrich vom Potsdamer Laufclub. Die Zweite bei den Frauen über 7,8 Kilometer erinnerte sich an die Zeiten mit Start und Ziel in der Nähe der Bahnstrecke und der Straße Am Eierberg.

Erinnerungen möchte auch der ein oder andere Teilnehmer der 21. Moormeile sammeln. Da bittet Rolf Schädlich um etwas Geduld: „Es dauert noch ein wenig bis die Bilder der Moormeile online sind. Wir müssen die mehreren Hundert sichten und aufbereiten. Das braucht etwas Zeit. Aber wir sind dran.“